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PumpspeicherVeroeffentlicht: 10. Mai 2026Lesezeit: 6 min

Pumpspeicher: Arbitrageerlöse durch optimalen Einsatz maximieren

Pumpspeicher-Arbitrageerloese haengen von weit mehr ab als von billig kaufen und teuer verkaufen. Eine gute PSPP-Betriebsstrategie verbindet Marktsreads, Speicherrestriktionen, Startkosten, Fallhoehenanderungen und Verschleissgrenzen, damit die Jahresmarge steigt, ohne die Maschine unnötig zu belasten.

Leitmarkt

EPEX Spot + ENTSO-E

Kernproblem

Day-Ahead- und Intraday-Dispatch

Typischer Hebel

5-15% pro Turbine und Jahr

Was ist Pumpspeicher-Arbitrage?

Pumpspeicher-Arbitrage ist die grundlegende Handelslogik eines Pumpspeicherkraftwerks: Strom aufnehmen, wenn die Preise niedrig sind, Wasser ins Oberbecken pumpen und bei hohen Preisen wieder erzeugen. In Europa beginnt die Planung meist mit der Day-Ahead-Kurve von EPEX Spot und wird spaeter mit Intraday-Signalen nachgeschaerft. Die Grundidee ist einfach, doch die Marge haengt davon ab, ob jede Pump- und Erzeugungsphase zur richtigen Stunde und mit der richtigen Last gefahren wird.

Fuer Betreiber in der Schweiz, in Oesterreich, in Frankreich und in Deutschland reicht der nackte Spread nicht mehr aus. ENTSO-E-Transparenzdaten, Grenzkuppelstellen, volatile Erneuerbare und Systembedarfe verschieben den Stundenwert laufend. Anlagen wie Nant de Drance, Grimsel und Linth-Limmern sind wertvoll, weil sie Energie ueber die Zeit verschieben koennen. Diese Flexibilitaet zahlt sich aber nur aus, wenn der Dispatch auf die aktuelle Marktdynamik reagiert.

Die Herausforderung: volatile Preise, Speichergrenzen und Verschleiss

Ein Pumpspeicheraggregat optimiert nicht gegen einen einzelnen Preis, sondern gegen eine Preisfolge mit physischem Gedaechtnis. Jede Pumpentscheidung veraendert den Speicherstand, die verfuegbare Fallhoehe und damit die Optionen der naechsten Stunde. Jede Erzeugungsphase reduziert den kuenftigen Wasserbestand. Mindest- und Hoechststaende, Pump- und Turbinenleistungsbaender, Rampen und der Rundlaufwirkungsgrad verhindern, dass jede sichtbare Preisdifferenz genutzt werden kann.

Hinzu kommt die mechanische Seite. Haeufige Starts, schnelle Moduswechsel, Betrieb ausserhalb des guenstigen Bereichs und Fahren an Grenzwerten erzeugen zusaetzlichen Verschleiss an Laufrad, Leitschaufeln, Dichtungen und Motor-Generator. Ein Plan kann auf dem Papier optimal aussehen und trotzdem Wert vernichten, wenn er vermeidbare Ermuedung erzeugt. Pumpspeicher-Optimierung muss diese Kosten daher explizit einpreisen.

Warum naive Ein/Aus-Fahrplaene Geld liegen lassen

Viele PSPP-Strategien beginnen noch immer mit einer simplen Regel: in den billigsten Stunden pumpen, in den teuersten Stunden erzeugen und dazwischen warten. Das ist schnell, ignoriert aber die Pfadabhaengigkeit. Die beste Erzeugungsstunde ist wertlos, wenn der Speicher vorher nicht rechtzeitig gefuellt wurde. Die beste Pumpstunde kann verschwinden, sobald sich der Intraday-Markt bewegt. Ein binaerer Fahrplan ignoriert zudem Teillast, obwohl dort oft zusaetzliche Arbitrageerloese entstehen.

Das Problem wird groesser, wenn Handel und Fahrweise getrennt optimiert werden. Dann optimiert der Trader die Marktposition, waehrend das Kraftwerksteam spaeter die hydraulischen Restriktionen manuell einzieht. Das Resultat ist zwar fahrbar, aber nicht wirtschaftlich optimal. Wenn Day-Ahead-Plaene nicht gegen Intraday-Aenderungen nachoptimiert werden, geht eine weitere Wertquelle verloren.

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Dynamische Programmierung als passendes Dispatch-Werkzeug

Dynamische Programmierung passt gut zur Pumpspeicher-Optimierung, weil sie das Kraftwerk als Folge verknuepfter Zustaende betrachtet. Der Zustand kann Ober- und Unterbecken, Betriebsmodus, verfuegbare Fallhoehe und Startstatus enthalten. In jedem Zeitintervall vergleicht das Verfahren den unmittelbaren Marktertrag von Pumpen, Erzeugen oder Warten mit dem Zukunftswert des verbleibenden Wassers. Damit ist es fuer Spotpreis-Arbitrage deutlich besser geeignet als eine starre Preisgrenze.

In der Praxis nutzt der Optimierer Day-Ahead-Preise von EPEX Spot, Intraday-Updates, Anlagenrestriktionen und telemetry-basierte Wirkungsgradkarten. Er kann sich ausserdem an ENTSO-E-Transparenzdaten und Speicherzielen kalibrieren. Das Ergebnis ist nicht nur eine Stundenliste, sondern eine Dispatch-Politik, die den Schattenwert des Speichers sichtbar macht und begruendet, warum ein bestimmter Zustandswechsel vorzuziehen ist.

Praxiswert: 5-15% Mehrerloes pro Turbine und Jahr

Bei flexiblen Wasserkraftanlagen ist ein jaehrlicher Mehrerloes von 5 bis 15% pro Turbine realistisch, wenn der Ausgangspunkt manuelle Planung, starre Regeln oder ein Dispatch ohne Verschleiss- und Intraday-Logik ist. Die genaue Groesse haengt von der Marktvolatilitaet, der Speichergrösse, den Zyklenfreiheiten und dem bisherigen Reifegrad ab. Der groesste Hebel kommt meist aus besserem Timing der Moduswechsel, besserer Bewertung des Wasserwerts und weniger unnoetigen Starts.

Gerade im Schweizer Umfeld ist das relevant. Anlagen im gleichen Marktkontext wie Nant de Drance, Grimsel und Linth-Limmern sehen an manchen Tagen enge Spreads und an anderen extreme Ausschlaege. In so einem Umfeld summieren sich kleine stundenweise Verbesserungen schnell ueber das Jahr. Wer den moeglichen Effekt abschaetzen will, kann ueber Demo und Preisseite den wirtschaftlichen Hebel schnell eingrenzen.

Potenzial abschaetzen

Fuer einen schnellen Business Case starten Sie mit dem Rechner auf der Demo-Seite und vergleichen die aktuelle Fahrlogik mit einem dynamischen Dispatch-Ansatz. Auf der Preisseite sehen Sie anschliessend, wie ein erfolgsbasiertes Modell den Anreiz auf messbaren Mehrerloes statt auf generische Software-Sitze ausrichtet.

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